STYLE-STÜTZE:
Wolfgang Joops Kompressionsstrümpfe im Test
Februar 15, 2010 | Erstellt von conleys | 1 Kommentar
Als Wolfgang Joop mit Wunderkind bei der Pariser Fashionweek im Herbst auftrat, trauten so einige ihren Augen nicht: Er kombinierte romantische Looks und High Heels mit bestickten Kompressionsstrümpfen. In einem derart unmodischen Thema, sexy aufgemotzt und kurzerhand modisch gemacht, schwang viel Ironie mit. Auf Ironie folgte Ernst – mit einer Stützstrumpf-Kollektion, die Joop in Berlin unter dem Namen mJ-1 präsentierte. Der Stardesigner entwarf die neue Legwear in Zusammenarbeit mit medi, einem führenden Hersteller von Gesundheitsutensil, indem er deren Kompressionstechnik mit einem eigenen Design im wahrsten Sinn verwebte.
Auch jetzt noch scheiden sich die Geister über Sinn und Unsinn dieser Idee. Wieso bloß? Es ist doch so: Krampfadern, Thrombo… dings und all das Zeug, das wir lieber gar nicht aussprechen, trifft mehr Leute, als wir denken. Die Ursachen sind langes Sitzen, Stehen, Fliegen, enge Hosen – also jegliche unnatürliche Position, in der wir uns wenig bewegen oder anderweitig Blut stauen. Eine moderne Volkskrankheit also. „Die Frauen tun so, als würde ihnen das alles nichts ausmachen“, schimpft Wolfgang Joop in einem Interview mit der Welt über die gesundheitsignoranten Lebenstrends. Was hilft? Vorbeugen. „Dass 40 Prozent der Leute später Venenprobleme haben, müsste ja nicht so sein, wenn man rechtzeitig vorgewarnt würde.“ Kompressionsstrümpfe machen nicht erst im Seniorenalter Sinn. Leider sagt das Klischee etwas anderes, nämlich dass die helfenden Strümpfe hässlich, fleischfarben und direkt neben der Gehhilfe platziert sind. Darum hat nicht nur der Fashionist das Problem gerne ignoriert.

Mensch, da wollen wir auf der Berliner Premium die Strümpfe (und unsere Füße) einem Härtetest unterziehen, und was passiert? Wir treffen den Herrn Wunderkind persönlich.
Seit mJ-1 hat zumindest die Ignoranz ein Ende, aber Wolfgang Joop will noch mehr und das Fashion-Tabu zum Fashion-To-Do machen. Er schwärmt: „Das ist ein revolutionäres Fashion-Thema.“ Tatsächlich sieht man seinen hauchzarten Strümpfen nicht im Geringsten ihre Stützkraft an und – wie heißt das? – Hochleistungsfasern und Feuchtigkeitsmanagement, genau. Wichtig ist: Wir haben die Teile bei der Messerennerei auf Bread&Butter & Co. selbst ausprobiert und fanden sie fantastisch. Und niemand hat uns darauf angesprochen.
Was meint Ihr? Gesund und trendy, geht das?
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