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Porsche-Sammlung gefällig? Ein Männertraum!

Magnus Walker – The Urban Outlaw! Schon was von ihm gehört? Unser „Auslandskorrespondent“ und Fotograf Carlos war in LA für Euch unterwegs und durfte ihn interviewen! Wie man dazu kommt Porsche zu sammeln? Schnell weiterlesen! Ein Traum wurde wahr und wir sind ein wenig neidisch! Jetzt dürfen auch die Männer mal HABENWOLLEN kreischen!
Wie kann ein Kerl mit zerschundenen Boots, kaputten Jeans, Dreadlocks und Bart historische Porsche zerschneiden, umbauen, sammeln und damit den Zahn der Zeit erkennen?! Volle Authentizität, ein freies Lebensgefühl und eine Do-it-yourself Mentalität, wie es sie nur selten gibt! Magnus Walker verließ seine Heimat Großbritannien, um in Kalifornien in einem Feriencamp sein Glück/Geld zu finden! Mehr als 25 Jahre später wohnt er in Downtown Los Angeles. Weit weg von seinem Job im Feriencamp und tut das, was schon immer seine Leidenschaft war: Rock’n’Roll, Fashion und Porsche 911!

Wie kam es dazu? Magnus lebt den amerikanische Traum: verkaufte Vintage Fashion am Venice Beach und gründete das Fashion Label „Serious Clothing“. Mit Frau Karen an seiner Seite brachten er es sogar soweit, dass er ein Industrie Loft im Downtown Industrial District von LA sein Eigen nennen kann. (nicht schlecht!!!) Und schon lag Hollywood vor der Tür – die direkte Nähe zur Filmindustrie und ihr eigener Einrichtungsstil hat beiden eine weitere Einnahmequelle beschert: die Vermietung ihrer grandiosen Bleibe für Filmaufnahmen. Die seit Kindestagen andauernde Faszination zum Porsche 911, die Einnahmen aus Label und Filmlocation ließen Magnus seine Porsche Leidenschaft so weit ausbauen, dass er vom Sammler zum Restaurator wurde. Und nun steht vor uns ein echter Urban Outlaw. Wir durften ihm ein paar Fragen stellen, die uns unter den Nägeln brannten:

Ein paar Fragen an Magnus Walker

Das Lable „Serious Clothing“ ist Rock’n’Roll zum Drüberziehen und gegen Sie, Herr Walker sehen selbst die meisten Rockstars ziemlich blass aus. Ist das der Grund für den Erfolg des Labels?

Serious ist für mich wie meine Autos! Es ist das was wir (meine Frau und ich) selber tragen würden und wofür wir stehen. Seit 1994 machen wir das Label nun, aber wie das Label haben auch wir uns weiterentwickelt. Früher mit 20 oder 30 sind wir in Clubs und auf Rockkonzerte gegangen – haben Stars wie Madonna oder Alice Cooper ausgestattet. Aber um ehrlich zu sein, hat sich in den letzten 20 Jahren einiges verändert. Architektur, Porsche und Fashion sind aber weiterhin das was uns inspiriert und was wir lieben. Aber wir folgen keinen Trends mehr, sondern machen, das was uns gefällt – wir kreieren unsere Eigenen. Punkrockhosen, Cowboyhemden und so weiter würden wir auch selber tragen. Unser Stil kommt schon immer aus der Rock’n’Roll Richtung, mit Einflüssen aus dem Punkrock, Military und Country-Style, aber auch gerne gepaart mit „Americana-Evil-Knevel-Stars&Stripes“! Wir haben ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, was andere tragen wollen… (lacht)

Ist Serious immer noch eure Haupteinnahmequelle?

Die Filmlocation und -produktion ist mittlerweile unser Hauptgeschäft, dazu haben wir aber noch unsere neue Urban Outlaw Bekleidungslinie gelauncht, die noch mit kleinen Accesoires wie Schaltknäufen, Hupenknöpfen oder Türgriffen zum Anhängen erweitert wird. So wie die kleinen Details, die ich auch an meine Porsches anbringe. Sozusagen eine Handsignierung.

Was hat der 911er, was anderen Autos fehlt?

Seele! Nur 1 Wort: ein 911hat eine Seele!

Was macht mehr Spaß? Einen Magnus Walker Porsche zu erschaffen oder ihn zu fahren?

Ganz klar: Fahren macht mehr Spaß! Das ist immer das finale Ziel. Seit Monaten arbeiten wir an dem Auto was neben uns steht (zeigt auf Porsche 911er xxx), es steht noch nicht einmal auf seinen eigenen Reifen, aber ich kann es kaum erwarten es zu fahren!

Darf jeder einen haben oder muss ein potenzieller Kunde seine charakterliche Eignung für den Erwerb eines Ihrer Fahrzeuge nachweisen?

Ich bin Sammler, und irgendwann auch Autobauer geworden. Leider kann man nun mal nicht alle Autos, die man restauriert behalten. Aber mittlerweile habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden. In den letzten 6 Monaten habe ich für ein Modell sehr viele Anfragen bekommen: 20 Interessenten stehen auf meiner Liste….wer ihn aber am Ende bekommt, weiß ich noch nicht…

Mit einem Shirt von „Serious“ und einem 911er von Magnus Walker kann ein erfolgreicher Firmenanwalt seine eigenen Urban Outlaw Träume ausleben. Träumt Magnus Walker manchmal umgekehrt davon, angetan mit einem seriösen Kurzhaarschnitt und glatt rasiert in einem klimatisierten Panamera seinen Geschäften nachzugehen?

NIEMALS! Seitdem ich 15 bin, habe ich lange Haare. Im gleichen Alter bin ich das erste Mal auf ein Heavy Metal Konzert gegangen. Und Anfang der 80er habe ich sie dann alle gesehen: Motörhead, Deep Purple, Black Sabbath usw.. nun bin ich 45 Jahre alt, habe seit über 30 Jahren die langen Haare und meinen Bart, ich bin einfach kein glattrasierter, kurzhaar-tragender Typ. Und wenn ich einen Panamera fahren möchte, dann auf jeden fall nur so wie ich bin.

Warum die Passion für 911er?

Und wieder: es ist die Seele! Außerdem sie sind leicht zu bekommen, relativ bezahlbar und es ist ziemlich einfach an ihnen zu arbeiten. Wieviele 911er hast du? So ein paar…(lächelt, schaut sich um) Bei einem Urban Outlaw würde man eher auf ein besonders brachiales Zweirad tippen.

Woher also kommt die Leidenschaft für einen eher dem Establishment zuzurechnenden Sportwagen aus der schwäbischen Provinz?

1977 ist mein Vater mit mir zur Londoner Automesse gefahren. Da stand er. Dieser Porsche, im Martini Design, mit dem rot-blauen Streifen an der Seite. Das war der Beginn. Das war mein Traumauto. Kurz darauf schrieb ich einen Brief an Porsche, das ich für sie designen möchte. Und 35 Jahre später, hat sich an meinem Traumwagen nichts geändert! Der tragische Tod von James Dean, des Miterfinders von „Live fast, die young“, hat Porsche früh zu einem Teil der Rock and Roll Ikonographie gemacht.

Auch ein Grund für die ungebrochene Faszination, die diese Autos auf Menschen jeden Alters ausüben?

Ich glaube nicht unbedingt. Der Tod von James Dean war jedenfalls nie ein Teil meiner Porsche Passion. Es tut der Marke Porsche jedenfalls nicht weh und ich denke, dass Leute mit James Dean eher den Rebellen verbinden. Aber es ist ganz klar ein Teil der Porschegeschichte, ein Teil im großen Porsche-Puzzle, das die Marke und Faszination ausmacht. Viele junge Großverdiener wie etwa Profisportler oder HipHop Stars entscheiden sich heute für einen Bentley oder gar einen Luxus-SUV. Sind die Kids von heute zu weich für eine brettharte Fahrmaschine wie Sie sie anbieten? Ich glaube, unsere Generation, sieht solche Fahrzeuge als Statussymbol. Das was ich baue, sind Symbole für Individualität. Ich würde sagen hier liegt der Unterschied. Manchmal gehe ich zu Autotreffen, da siehst du dann 3-4 Lamborgini Gallardo und Superleggeras, 3-4 458/430 Ferraris, einige Porsche GT2s, GT3s… und ich komme dann mit einem meiner Autos. Und davon gibt es nur ein Einziges. Meine Autos sind mein Symbol meiner individualität, meine Autos formen meinen Weg und verschmelzen nicht so einfach mit ihrer Umwelt, wie es andere tun. Sie stechen hervor und dazu sehen sie nicht nur gut aus, sie fahren auch sensationell! Zwar kennt jeder die 911er, aber meine sind doch immer ein wenig anders. Kleine Details machen den Unterschied. Das ist meine Interpretation eines Traumautos! Die Jungen geben einfach nur einen Haufen Geld aus und wollen damit etwas Besonderes und cool sein. Ich denke aber, um wirklich individuell zu sein, musst du dein Auto selber bauen, es erfahren und entwickeln!

Wieviel 911er hast du schon restauriert/besessen?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich fahre seit über 20 Jahren meine eigenen Wagen und habe vor 4 Jahren damit begonnen sie auch selber zu restaurieren. Bislang habe ich vielleicht ein Dutzend restauriert. Einige waren Vollrestaurationen, einige nur leichte Überarbeitungen. Im Moment arbeite ich an 4 Fahrzeugen gleichzeitig. Den wagen hier drüben habe ich aber leider seit 4 Monaten schon nicht mehr angefasst. Für mich ist das ganze ein Hobby, kein 9 tp 5 Job. Ich arbeite an ihnen, wenn ich es möchte. Und ich habe keinen kunden mit einer deadline – wenn ich also 1 Jahr an einem einzigen arbeite, bis er perfekt ist, dann ist es nun mal so. ich habe keine Eile!

Ken Block fährt auch gerne Auto. Würden Sie sich zu ihm in seinen Fiesta setzen oder darauf bestehen, dass er einen von Ihren Wagen durch San Francisco shreddet?

Ich würde liebend gern! Ruf mich an Ken!

Dürfte Ken Block auch einen deiner Wagen fahren?

Sicher! Jay Leno durfte letzte Woche einen fahren, warum nicht er auch? Kein Ding.

Übernachtet ein Urban Outlaw im Hotel und falls ja, in welchem?

Klar. St Martins Lane in London. das ist mein Favorit. Es ist direkt in Covent Garden und alles ist sehr zentral. Es hat dieses Philip Stark Design – modern, viel Glas, klare Linien. Das Mercer Hotel in New York ist auch gut! Direkt in SoHo. Wenn wir Reisen, sind wir gerne direkt im Zentrum.

Letzte Frage: Was braucht ein Hotel um für dich gut zu sein?

Beide Hotels haben Luxus, Stil und eine gute Lage. Das macht es für mich aus.

 

Fotos, Interview, Text:  Carlos Fernández Laser
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Comments (3)

  • Schöner Artikel. Ich frag mich nur wieso erst der ganze text und dann die bilder kommen das ist nicht wirklich angenehm zu lesen.

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  • Herrlicher Artikel. Und sensationelle Photos. Chapeau!

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  • I love a good article and this one is great. You make many interesting points and I agree on several. I don¡¯t disagree on others, but they require some thought.

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