goose
About Us Allgemein

Polarbear

Vom Nordpol in die Welt

Entwickelt für die Wissenschaft, erobern die königsblauen Parkas mit der typischen Fellkapuze inzwischen das modische Straßenbild. Seiner ursprünglichen Motivation, Funktionskleidung für Forscher in der Arktis zu entwickeln, ist Canada Goose dennoch treu geblieben.

Als Canada Goose in einer Lagerhalle in Toronto startete, hat niemand an modische Trends gedacht. Die Jacken sollten nur eine Funktion erfüllen: Menschen zu schützen, die in den kältesten Zonen der Welt arbeiten und leben. Rund 50 Jahre später prägen die Jacken von Canada Goose das modische Straßenbild. Von Toronto über New York bis hin nach Berlin: Sobald es kalt wird, werden die Parkas mit dem typischen Fellkragen ausgepackt. Trotz des modischen Hypes hält die kanadische Traditionsmarke an ihren Wurzeln fest. Neben Funktionalität ist es der Umweltschutz, der die Macher von Canada Goose anspornt diese Art von Mode zu machen. So war die Marke die erste unter den Herstellern für Outdoor-Bekleidung, die der „Conservation Alliance“ beigetreten ist − einer Organisation, die sich für die Natur in Nordamerika einsetzt. Weitere Outdoor-Projekte für den Umwelt- und Tierschutz folgten. Dabei unterstützt das Label unter anderem die „Polar Bears International“. Die Crew der PBI setzt sich für die Rettung der Polarbären in der Arktis ein. Für ihre Arbeit vor Ort tragen sie die Parkas von Canada Goose. Das hatte zunächst rein funktionelle Gründe, denn die Jacken des kanadischen Labels sind die wärmsten der Welt. Doch mit der Zeit landeten die beliebten Jacken im charakteristischen Königsblau auch in den Modeläden. Eine Entwicklung, die nicht nur Canada Goose-Fans freute, sondern genauso den Polarbären zugutekommt. Denn mit jedem verkauften Expeditionsparka aus der Sonderkollektion gehen 25 Dollar an die Organisation. Inzwischen sind so mehrere hunderttausend Dollar für die Bären in der Arktis zusammengekommen. „Während vieler Reisen in den vergangenen Jahren habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie drastisch die Auswirkungen der globalen Erwärmung und anderer Umweltveränderungen die Eisbären‐Population beeinflussen,“ berichtet Dani Reiss. Er ist Präsident und CEO bei Canada Goose und möchte die Zusammenarbeit mit PBI zukünftig noch weiter vertiefen. Auch bei den Menschen vor Ort hat Conleys nachgefragt und sprach mit Dr. Steven C. Amstrup, dem leitenden Wissenschaftler bei „Polar Bears International“ – er und seine Crew setzen sich für den Fortbestand der Eisbären ein, und tragen dabei die Parkas von Canada Goose.

 

 

Seit mehr als 30 Jahren beobachten Sie Eisbären und kämpfen aktuell für ihren Fortbestand und

Schutz. Als Sie anfingen waren die Bären nicht akut gefährdet. Woher kam damals dennoch Ihr

Interesse für diese Tiere?

Mein ursprüngliches Interesse an den Eisbären bestand darin, buchstäblich am Ende der Welt in

einer unwirtlichen Gegend zu arbeiten – und das an einer Spezies, über die wir zu diesem

Zeitpunkt nur wenig wussten. Stellen Sie sich vor: Riesige weiße Bären streifen in einer Umgebung

herum, die eher wie eine Mondlandschaft aussieht, nicht zu vergleichen mit den Lebensräumen,

die die meisten von uns sich vorstellen. Die Herausforderung bei diesen wunderbaren Kreaturen

„zu lernen wie man lernt“ war eine große Chance.

Was unternimmt PBI, um die Eisbären zu schützen und vor dem Aussterben zu bewahren?

Die Liste dessen, was wir für die Eisbären tun, würde hier den Rahmen sprengen. Aber kurz

gesagt arbeitet PBI daran, die zukünftige Eisbären-Population zu sichern und zu schützen, indem

wir ökologische Untersuchungen unterstützen und selbst durchführen, die Öffentlichkeit und die

Politik über die Bedrohungen für die Eisbären aufklären und nicht zuletzt auch Menschen dazu

ermutigen, sich selbst für dieses Thema zu engagieren.

Was hat sich für die Eisbären zum Positiven verändert seitdem PBI sich für sie einsetzt?

PBI hat dazu beigetragen eine Wissensdatenbank über Eisbären und ihre Bedrohungen

aufzubauen und erweitert diese ständig. Wir haben tausende Menschen mit der positiven

Nachricht erreicht, dass die Eisbären gerettet werden können und mit den nötigen Informationen

versorgt, wie ihre Zukunft gesichert werden kann. Wir haben gezeigt, dass nicht allein die Eisbären

von der globalen Erwärmung betroffen sind, sondern nur als erste von ihren Auswirkungen

betroffen sind. Die Grundaussage unserer Argumentation ist, dass die nötigen Maßnahmen zum

Schutz der Eisbären jedem Leben auf der Erde zugutekommt – auch dem Menschen. So werden

auch nicht direkt Betroffene für dieses Thema sensibilisiert. Durch unsere eigenen Fortschritte bei

PBI und durch Partnerschaften mit anderen Wissenschaftlern, Managern und weiteren

Spezialisten konnten wir bereits sowohl Herz als auch Verstand tausender Menschen erreichen.

Die Herausforderungen sind nun mehr Menschen denn je zuvor bekannt, und wir sind der Lösung

so nah wie nie.

Sie sind ständig vor Ort in der Arktis, um etwas zum Tierschutz beizutragen. Spiegelt sich Ihre

Philosophie auch in Ihrem Alltag wider? Sind Sie zum Beispiel Vegetarier oder beachten Sie

andere Dinge im Alltag, die zum Tierschutz beitragen?

Wir bauen gerade ein neues Haus. Es ist extrem gut gegen Kälte und Hitze isoliert. Die

Hauptwärmequelle ist eine Erdwärmepumpe, die von Solarzellen und Holzöfen unterstützt wird

und das Holz kommt von unserem eigenen Grundstück. Wir versuchen vor allem Lebensmittel aus

der Region zu essen, fahren so wenig wie möglich (z.B. legen wir Fahrten zusammen) und wenn

wir uns hier richtig eingelebt haben werden (wir sind gerade erst eingezogen und das Haus ist

noch nicht ganz fertig), werden wir viele eigene Lebensmittel anbauen können. Zudem ist unser

Haus auf einem Grundstück gebaut, das erst kürzlich von einem Waldbrand getroffen wurde.

Unser Grundstück unterliegt dem so genannten „Wald Management“-Status. Das bedeutet, dass

wir einen gesunden Mischwald anbauen, um ein starkes Ökosystem zu schaffen und Kohlendioxid

mit unseren eigenen Bäumen binden zu können.

Sogar in Ihren Flitterwochen widmeten Sie sich dem Tierschutz, in dem Sie gemeinsam mit Ihrer

Frau Pinguine markierten. Welche „Opfer“ würden Sie außerdem für den Tierschutz bringen?

Ich bin jetzt 63 Jahre alt und in vielerlei Hinsicht bereit, den Ruhestand anzutreten und fischen zu

gehen. Aber wenn wir in einer Welt leben möchten, in der auch zukünftige Generationen noch

fischen können sollen, gibt es noch viel zu tun. Durch meine Arbeit bei PBI versuche ich immer

noch diese Zukunft für unsere Kinder und Enkel zu sichern. Mir ist es wichtig, dass nachfolgende

Generationen die Chance haben, in einer Welt zu leben, in der sie auch leben möchten, und nicht

in einer, die sie gezwungen sind zu ertragen.

Seit einigen Jahren gibt es eine Kooperation zwischen PBI und der Marke Canada Goose. Sie und

Ihr Team werden mit Parkas ausgestattet und auch Endkunden können die Jacken kaufen. Beim

Kauf geht eine Spende an PBI und der Käufer erhält eine Mitgliedschaft. Wie hoch ist die Spende

und was genau umfasst die Mitgliedschaft?

Canada Goose spendet 25$ vom Erlös jeder verkauften Jacke an Polar Bears International. Die

PBI-Mitgliedschaft umfasst ein Jahres-Abonnement für unser jährliches Magazin und ein

lebenslanges Abonnement unserer elektronischen Publikationen, die aus einem monatlichen

Newsletter, einer dreimal jährlich erscheinenden Publikation aus Wissenschaft und Forschung

sowie regelmäßigen Updates mit Neuigkeiten über Eisbären und die aktuellen Eisbedingungen in

der Arktis bestehen.

Die globale Erwärmung nimmt den Eisbären den Platz zum Leben. Was wird geschehen, wenn es

irgendwann kein Eis mehr in der Arktis gibt?

Eine Arktis ohne Eis wird ein komplett anderes Ökosystem darstellen. Wie genau das aussehen

könnte ist momentan unklar, weil wir das vermutete Zusammenwirken von Erwärmung und

Übersäuerung des Ozeans noch nicht verstehen. Es ist möglich, dass alle Lebensformen in den

Meeren sich verändern werden, denn ein Großteil des maritimen Lebens, wie wir es kennen, wird

in saureren Gewässern nicht überleben können. Davon abgesehen werden wir die Eisbären auf

jeden Fall verlieren, wenn wir die Eisschmelze durch Erderwärmung zulassen. Und wenn das

passiert, wird die Welt mit zu vielen anderen Problemen zu tun haben (Ernteausfälle,

Nahrungsknappheit, Flüchtlingsprobleme und steigende Meeresspiegel), um sich noch um

Eisbären kümmern zu können.

Welche Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht wird es haben, wenn Eisbären

irgendwann ausgestorben sein sollten?

Angenommen den Fall, dass die Eisbären einfach aus ihrer Umwelt herausgenommen würden,

würde sich die Welt wahrscheinlich einfach weiterdrehen. Ein anderes Lebewesen würde bestimmt

herausfinden, wie es die Robben erbeuten kann, die momentan von den Eisbären gefressen

werden, und ein neues Gleichgewicht würde sich einstellen. Das ist allerdings nicht das Problem,

vor dem wir stehen. Eisbären sind in Gefahr, weil ihr Lebensraum schwindet. Als größtes Raubtier

integrieren sie jedes Lebewesen unter sich in die Nahrungskette. Wenn Eisbären auf Grund der

Erderwärmung verschwinden, gerät das ganze Ökosystem aus den Fugen. Wenn wir die Erde auf

ein höheres, aber stabiles Temperaturlevel bringen würden, würde sich womöglich ein neues

ökologisches Gleichgewicht einstellen – nur ohne die Bären an seiner Spitze. Wenn wir jedoch,

wie es momentan der Fall ist, eine kontinuierliche Erwärmung zulassen, kann es keine

Stabilisierung geben, kein neues Gleichgewicht.

Dr. Steven Amstrup – verraten Sie uns zum Schluss: Was kann jeder Einzelne zum Tierschutz

beitragen?

Es gibt eine Menge Dinge, die wir alle tun können. Aber es sind letztlich zwei grundsätzliche

Faktoren: Erstens – auf Basis jeder einzelnen Person – kommt es auf jede unserer täglichen

Entscheidungen im Leben an, um unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Das bedeutet: Baue, handle und lebe „grün“!

Zweitens – auf öffentlicher Ebene – muss man die Regierungen dieser Welt dazu bringen, einen

angemessen Preis für Treibhausgase zu etablieren. Ein solcher Preis oder eine Steuer für die

Verursachung ist unabdingbar um alternative Energieformen wettbewerbsfähiger zu machen.

Momentan sind fossile Brennstoffe bei weitem günstiger als erneuerbare Brennstoffe, denn ein

großer Teil der entstehenden Kosten wird auf zukünftige Generationen geschoben. Insofern

spiegelt der Preis, den wir an der Zapfsäule bezahlen, keineswegs die vielen versteckten Kosten

wider – Kosten, die von unseren Nachkommen getragen werden müssen. Wir brauchen einen

angemessenen Preis für Brennstoffe, um faire Bedingungen für andere Energieformen zu

schaffen. Diese Bedingungen können nur durch Regierungen und die Industrie geschaffen werden,

und dazu müssen wir alle sie bringen.

Write a comment