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Gestatten Weyer, Consul Weyer.

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Lange, bevor es Privatfernsehen, Boulevard-Magazine und Reality- Soaps gab, gab es auch schon Prominente. Richtig echte Prominente, über die in der Bunten, der Quick und dem Stern berichtet wurde. Die in der legendären VIP-Schaukel von Margret Dünser interviewt wurden und deren Skandale tatsächlich die Welt bewegten. Jetset und High Society waren noch die verheißungsvollen Versprechen einer anderen Welt. Echte Playboys und schillernde Lebemänner hatten Affären mit wirklichen Diven und verruchten Frauen voller Geheimnisse. Es gab keinen Platz für quietschige Hotel-Erbinnen und dicklippige It-Girls, die VIPs duldeten keine Zaungäste in Davos oder St. Tropez. In dieser Welt wurde der heute zurückgezogen, aber auf keinen Fall bescheiden in Rio de Janeiro lebende Consul Weyer Graf von Yorck als Vermittler von Titeln aller Art gleichermaßen reich und berühmt. Zwei Eigenschaften, auf die er noch immer großen Wert legt und deren unzweifelhaften Vorteile er nach wie vor in vollen Zügen genießt, wie das folgende Gespräch eindrucksvoll beweist.

Herr Consul, wie geht es Ihnen?
„Wenn es besser wäre, könnte ich es nicht ertragen. Bin mit Gottes Hilfe kerngesund.“
Werden Sie auch heute noch als „der schöne Consul“ angekündigt?
„Insbesondere mit meiner schönen Ehefrau – als Traumpaar.“
Sie haben einmal gesagt, sie seien nicht rechts, nicht links und auch nicht in der Mitte, sondern einfach oben. Von da sieht man bekanntlich weiter. Was empfehlen sie uns für die Zukunft?
„Wie ich auch immer oben zu sein.“
So weit oben wie 1978, als der bekannte Lebe- und Geschäftsmann sogar eine Partei gründete und mit sich selbst auch gleich den passenden Kanzlerkandidaten präsentierte. Warum er der Politik dann doch wieder den Rücken gekehrt hat, ist erstaunlich einleuchtend: „Trotz meines großen Erfolgs, insbesondere in Bayern, mochte ich nicht mehr als zwei Stunden täglich arbeiten.“ Damit unterscheidet sich der Consul nicht wesentlich von der aktuellen Polit-Elite, die beim Titelerwerb offenbar eher auf das Betrügen von wissenschaftlichen Prüfungskommissionen setzt als auf akademisches Wirken.

Bei Ihnen kosten Titel einfach viel Geld, für das man wenigstens hart arbeiten musste. Sind Ihre Titel deswegen die ehrlicheren?
Selbstverständlich, weil alle Titel staatlich anerkannt sind.
Sie sind ein weit gereister Mann. Was macht ein Ziel attraktiver: Keine Auslieferungsverträge oder gutes Klima?
Gutes Klima für den Teint und Präsidentenfreunde, die die Auslieferung abschmettern.
Und jetzt mal unabhängig vom Ziel: In welchen Hotels kann man als Mann von Welt vorbehaltlos absteigen?
In allen Fünf- und Sechs-Sterne-Hotels der Welt, die mich einladen.
Jetset war früher ein Markenzeichen, heute sind es RTL-2-Trash-Ikonen, die eine plumpe Parodie im Unterschichten-Fernsehen abliefern. Das bleibt auch in Brasilien nicht verborgen. Da drängt sich die Frage auf, ob der Fachmann wohl den Glamour der vergangenen Tage ­vermisse. Nach einer kurzen inneren Einkehr kommt dieser zu folgendem Ergebnis: „Ich umgebe mich seit 40 Jahren nur mit Glamour. Mit Unterschicht-Proleten haben wir nichts zu tun. ,Das perfekte Promi Dinner‘ wurde aus eben diesem Grund natürlich abgesagt.“ Obwohl der Consul mit seiner Frau bereits seit 1980 nicht mehr in Deutschland lebt, kehren beide regelmäßig zurück: „Nur besuchsweise – wir lieben aber unsere Heimat. Abgesehen vom Wetter.“

Red-Bull-Champagner gilt heute vielerorts tatsächlich als Getränk. Wo ist die Klasse hin, die früher zumindest stellenweise mit Geld und Position einherging?
„Als Antialkoholiker nehmen wir Champagner nur zum Fotografieren.“

Der Titelhandel ist durch Internet und Auktionsplattformen zu einer Art Prestige-Discount verkommen. Gibt es noch die auf Diskretion bedachte, gut betuchte Kundschaft, die sich der Dienste eines echten Fachmanns bedient, auch wenn das natürlich seinen Preis hat?
„Die das nicht tun, fliegen auf wie Guttenberg. Gespart am falschen Ende.“
Der medial allgegenwärtige Frederic von Anhalt plante jüngst, ein Porno-Sternchen zu adoptieren. Ist so jemandem noch zu helfen?
„Anhalt ist selbst von mir adoptiert. Seine Adoption kann nur in Bars vorgezeigt werden.“

Im Hinblick auf ein ebenso erfolgreiches wie erfülltes Leben ist es kaum überraschend, dass der smarte Titelhändler ganz sicher nichts anders machen würde, selbst wenn er könnte: „Ich bin als ,Titelkönig‘ reich geworden und sehr glücklich und zufrieden.“ Nach dem jüngsten Erwerb zweier sehr exklusiver Immobilien in Florida gefragt, erhielten wir einen sehr interessanten Einblick in den weyerschen Businessplan: „Mit Titeln konnte ich so viel verdienen, um viele Häuser zu kaufen. Aber Besitz belastet – daher besser mit einigen Millionen flüssig bleiben.“ Wer so lange engen Umgang mit den Reichen und Schönen, den Erfolgreichen und Berühmten pflegt, muss doch von dem einen oder anderen wirklich beeindruckt sein, oder Herr Consul? „Unsere besten Freunde sind neben 31 amtierenden Präsidenten Steve Forbes und Dustin Hoffman.“ Aber selbst bei einem so erlesenen Freundeskreis gibt es einen, den er gern getroffen hätte: „James Dean – weil er ein unerschrockener Draufgänger war wie ich. Mit 22 hatten wir den gleichen hellblauen Porsche.“ Zurück zum Geschäft:

Welcher Titel war ihr größter Verkaufs­schlager?
„Ich erhielt einmal zwei Millionen DM in einem Waschmittelkarton nach Rio de Janeiro geliefert, um im Auftrag einer nicht unerheblich wohlhabenden Erbin deutschen Industrievermögens einem Schiffsarzt mein gesamtes Sortiment angedeihen zu lassen: Konsulat mit Diplomatenpass, Professur, Dr. h. c., Schiffslizenz und einen steuerfreien Wohnsitz. Natürlich wurde bei so prompter Bezahlung entsprechend prompt geliefert.“

Und auf die fast schon despektierliche letzte Frage, ob es wohl auch Titel gegeben habe, die nicht so gut gingen, fiel die Antwort noch kürzer aus als erwartet:  „Was nicht ging, habe ich nicht angefasst.“ Abschließend bemerkte der Consul mit leicht süffisantem Grinsen, dass dies der erste Fragenkatalog gewesen sei, den er je ohne Bezahlung beantwortet hätte. Vielen Dank, wir fühlen uns durchaus geehrt, werter Consul Weyer Graf von Yorck.

Text:  Oliver Krüdener, Consul Weyer
Fotos: Dirk Bartling

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